Dienstag, 4. April 2017

Osterkalender Tag 4


Zuerst die Lösungen der Rätsel von gestern. Na habt ihr alles gewusst?

1. Lösung: Löwenzahn-Blüte

2. Lösung: Das Küken wohnt im Ei bevor es schlüpft

3. Lösung. Der Schneemann

4. Lösung: AUER ist die gesuchte Lösung (Mauer, Dauer, Bauer und Lauer).

Nach dem Gehirnjogging von gestern könnt ihr euch zurücklehnen und eine Geschichte lesen oder euch vorlesen lassen. Kuschelt euch am besten in eine weiche Decke und entspannt bei einer Tasse Tee oder Kaffee auf dem Sofa.

Bildergebnis für kompost clipart

Unliebsame Nebenerscheinungen

Von ihrer Nachbarin hatte Frau Meier vernommen, wie gut es doch sei, die im Haushalt anfallenden Küchenabfälle zu kompostieren. Als moderner, umweltbewusster Frau leuchtete es ihr ein, dass es besser sei, die Abfälle im eigenen Garten zu kompostieren als die Müllabfuhr auch noch mit organischem Abfall zu belasten. Also begann auch Frau Meier ihre Küchenabfälle zu kompostieren.

Sie kaufte sich dazu ein Kompostgitter und eine Packung Schnellkomposter. Genau nach Anleitung ging sie dabei vor. Sie freute sich auf einen sauberen und geruchfreien Komposthaufen. Sie achtete gut darauf, dass nur pflanzliche Abfälle kompostiert wurden, damit der Haufen nicht plötzlich einen unangenehmen Duft verbreitet. Richtig zufrieden war sie mit sich und ihrem Komposthaufen bis eines Tages...

Frau Meier war gerade dabei ihre Küchenabfälle auf dem Komposthaufen zu deponieren, als sie mit ihrem Schuh an das Kompostgitter stiess. Mit einem Male wurde der Boden lebendig. Haufenweise Asseln, Ameisen, kleine Fliegen und anderes Getier, wurden durch die Erschütterung, die Frau Meiers Schuh verursacht hatte, aufgescheucht. Ein Schrei entfuhr Frau Meiers Kehle. Angewidert wandte sie sich um, ging ins Haus und überlegte bei einer Tasse Kaffee, was sie wohl falsch gemacht habe. Denn auf die unwillkommenen Untermieter ihres Komposthaufens hätte sie gerne verzichtet. In ihrer Not rief Frau Meier einen Gartenspezialisten an, und fragte ihn, wie sie die Tierchen wohl am besten wieder los werde, und was sie tun könne, damit sie in Zukunft keine unliebsamen Insassen mehr in ihrem Komposthaufen vorfände.

"Leider muss ich Sie enttäuschen, gute Frau!" Sagte der Fachmann. "Diese unerwünschten Tierchen", fuhr er fort, "sind äusserst Notwendig für einen geschlossenen Kreislauf beim Kompostieren. Ohne diese Tierchen gibt es keinen Kompost!"

Eine Weile war Frau Meier sprachlos. Als sie sich wieder gefasst hatte, erwiderte sie: "Wenigstens auf die Asseln könnte ich verzichten, mich überfällt schon ein Schaudern, wenn ich dieses Getier nur schon sehe." Der Sachkundige stellte darauf Frau Meier eine Frage. "Wissen Sie, was mich an Ihrer Geschichte am Meisten beeindruckt?" Frau Meier verneinte und weise gab ihr der Mann zu bedenken: "Kein, auch noch so kleines Lebewesen, ist überflüssig auf unserem Planeten! Als der Schöpfer die Welt erschuf, überlegte er sich sehr genau, wie die pflanzlichen Abfälle wieder nutzbar gemacht werden können. Und so erschuf er all das kleine Getier, das Küchenabfälle in guten Kompost umwandelt."

Beschämt bedankte sich Frau Meier beim Experten und legte den Hörer zurück auf die Gabel.

 

© Alex Mörgeli

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