Zuerst die Lösungen der Rätsel von gestern. Na habt ihr
alles gewusst?
1. Lösung: Löwenzahn-Blüte
2. Lösung: Das Küken wohnt im Ei bevor es schlüpft
3. Lösung. Der Schneemann
4. Lösung: AUER ist die
gesuchte Lösung (Mauer, Dauer, Bauer und Lauer).
Nach dem Gehirnjogging von gestern könnt ihr
euch zurücklehnen und eine Geschichte lesen oder euch vorlesen lassen. Kuschelt
euch am besten in eine weiche Decke und entspannt bei einer Tasse Tee oder
Kaffee auf dem Sofa.
Unliebsame Nebenerscheinungen
Von
ihrer Nachbarin hatte Frau Meier vernommen, wie gut es doch sei, die im
Haushalt anfallenden Küchenabfälle zu kompostieren. Als moderner,
umweltbewusster Frau leuchtete es ihr ein, dass es besser sei, die Abfälle im
eigenen Garten zu kompostieren als die Müllabfuhr auch noch mit organischem
Abfall zu belasten. Also begann auch Frau Meier ihre Küchenabfälle zu
kompostieren.
Sie
kaufte sich dazu ein Kompostgitter und eine Packung Schnellkomposter. Genau
nach Anleitung ging sie dabei vor. Sie freute sich auf einen sauberen und
geruchfreien Komposthaufen. Sie achtete gut darauf, dass nur pflanzliche
Abfälle kompostiert wurden, damit der Haufen nicht plötzlich einen unangenehmen
Duft verbreitet. Richtig zufrieden war sie mit sich und ihrem Komposthaufen bis
eines Tages...
Frau
Meier war gerade dabei ihre Küchenabfälle auf dem Komposthaufen zu deponieren,
als sie mit ihrem Schuh an das Kompostgitter stiess. Mit einem Male wurde der
Boden lebendig. Haufenweise Asseln, Ameisen, kleine Fliegen und anderes Getier,
wurden durch die Erschütterung, die Frau Meiers Schuh verursacht hatte, aufgescheucht.
Ein Schrei entfuhr Frau Meiers Kehle. Angewidert wandte sie sich um, ging ins
Haus und überlegte bei einer Tasse Kaffee, was sie wohl falsch gemacht habe.
Denn auf die unwillkommenen Untermieter ihres Komposthaufens hätte sie gerne
verzichtet. In ihrer Not rief Frau Meier einen Gartenspezialisten an, und
fragte ihn, wie sie die Tierchen wohl am besten wieder los werde, und was sie
tun könne, damit sie in Zukunft keine unliebsamen Insassen mehr in ihrem
Komposthaufen vorfände.
"Leider
muss ich Sie enttäuschen, gute Frau!" Sagte der Fachmann. "Diese
unerwünschten Tierchen", fuhr er fort, "sind äusserst Notwendig für
einen geschlossenen Kreislauf beim Kompostieren. Ohne diese Tierchen gibt es
keinen Kompost!"
Eine
Weile war Frau Meier sprachlos. Als sie sich wieder gefasst hatte, erwiderte
sie: "Wenigstens auf die Asseln könnte ich verzichten, mich überfällt
schon ein Schaudern, wenn ich dieses Getier nur schon sehe." Der Sachkundige
stellte darauf Frau Meier eine Frage. "Wissen Sie, was mich an Ihrer
Geschichte am Meisten beeindruckt?" Frau Meier verneinte und weise gab ihr
der Mann zu bedenken: "Kein, auch noch so kleines Lebewesen, ist überflüssig
auf unserem Planeten! Als der Schöpfer die Welt erschuf, überlegte er sich sehr
genau, wie die pflanzlichen Abfälle wieder nutzbar gemacht werden können. Und
so erschuf er all das kleine Getier, das Küchenabfälle in guten Kompost
umwandelt."
Beschämt
bedankte sich Frau Meier beim Experten und legte den Hörer zurück auf die
Gabel.
© Alex Mörgeli
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